Weltfrauengipfel zu Gast in Krakau

Im Jahr 2016 wurde Polen zum Gastgeber des Weltfrauengipfels gewählt, der auch als „das Davos der Frauen“ bezeichnet wird. Im Rahmen dieses Events waren beinahe 100 prominente Frauen aus 80 Ländern am 13. Juni 2016 in Krakau zu Gast. Sie wurden in den schönen Räumlichkeiten der Galerie der Polnischen Kunst des 19. Jahrhunderts in den Tuchhallen am Marktplatz vom Präsidenten der Stadt Krakau Jacek Majchrowski und seiner Stellvertreterin Elżbieta Koterba begrüßt.

Weltfrauengipfel zu Gast in Krakau
Foto Wiesław Majka/UMK

„Meiner Meinung nach wäre es wohl nicht sehr übertrieben, wenn man sagen würde, dass der Weltfrauengipfel, der in Krakau stattfindet, ein historischer Augenblick ist.“, so Präsident Majchrowski.  „Als erstes Land in Mittel- und Osteuropa wurde Polen mit der Organisation dieses Events betraut, und die damit verbundene Ehre teilen wir mit Warschau. Die Anwesenheit der führenden Frauen der Welt ist ein hervorragendes Geschenk für unsere wunderbare, weltoffene  Stadt, die immer für ihre Gastfreundlichkeit bekannt war – auf dem Krakauer Marktplatz konnte man doch zu jeder Zeit Sprachen aus aller Welt hören“. Und er betonte, dass das Treffen in Krakau, einer Stadt, die sehr viel zu zeigen und zu bieten hat, ein Treffen im Herzen Europas ist.

Die Teilnehmerinnen des Treffens konnten außer den Kunstwerken in den ehemaligen Tuchhallen, die seit dem 19. Jahrhundert eine Abteilung des großen Nationalmuseums in Krakau beherbergen, auch die historische Altstadt und den größten mittelalterlichen Marktplatz Europas mit dem neuen unterirdischen Museum besichtigen. Gerade dieses Museum, das Ergebnisse der archäologischen Ausgrabungen unter dem Marktplatz präsentiert, ist ein gutes Beispiel dafür, wie man sich um das Kulturerbe richtig kümmert und es zweckmäßig nutzt. Am Nachmittag sahen die Frauen auch das berühmte Salzbergwerk in Wieliczka.

Trotz seines historischen Charakters (die Altstadt von Krakau und das oben genannte historische Salzbergwerk wurden bereits im Jahr 1978 in die erste UNESCO-Liste des Weltkulturerbes eingetragen) ist Krakau die Metropole in dieser Region Europas, die sich am schnellsten entwickelt. Die Stadt ist zum Zentrum der modernen Technologien, der mehreren Technologieparks, des Handels, der breit gefächerten Dienstleistungen, der internationalen Wirtschaftszusammenarbeit und des globalen Tourismus geworden. Im vergangenen Jahr wurde Krakau von fast 10 Millionen Touristen besucht. In Krakau konzentrieren sich auch verstärkt die polnischen Startups, was davon zeugt, dass junge Menschen, die nach Krakau zum Studium kommen, auch später hier bleiben und arbeiten wollen. Die Stadtbehörden investieren verstärkt in die Entwicklung der Stadt, haben die Gäste gehört, um die möglichst freundlichen Lebensbedingungen für die Einwohner und Einwohnerinnen zu schaffen und die zahlreichen Touristen gut aufnehmen und betreuen zu können. 

Während des Treffens in der Kunstgalerie in den Tuchhallen konnten die Teilnehmerinnen des Weltfrauengipfels auch den Vortrag der Stellvertreterin des Präsidenten der Stadt Krakau Elzbieta Koterba hören. Sie sprach über die Strategie der Stadtentwicklung, über das Wirtschaftspotential der Metropole an der Weichsel und über die Rolle der Frauen in der langen und stürmischen Geschichte unserer Stadt, angefangen von der legendären Prinzessin Wanda, die „den Deutschen nicht wollte“, über die Hedwig von Anjou, die als einzige Frau „der König von Polen“ war und von Papst Johannes Paul II heiliggesprochen wurde, über die halblegendäre Nawojka, die in der männlichen Verkleidung als erste Frau im Mittelalter an der Krakauer Universität studierte, bis zur unlängst verstorbenen Nobelpreisträgerin Wisława Szymborska.

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Autor: IZABELA HAUPT
Herausgeber: Otwarty na świat DE
Siehe auch
ausländische Vertretungen in Krakau