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Adam Zagajewski ist verstorben

Am 21. März starb Adam Zagajewski im Alter von 76 Jahren in Krakau. Ein herausragender Dichter, Essayist, Übersetzer, Vertreter der Generation der Neuen Welle, langjähriger Redakteur der  Vierteljahreszeitschrift „Zeszyty Literackie", Hochschullehrer, Träger vieler renommierter Literaturpreise. Mit Krakau war er seit vielen Jahren verbunden. Er starb am Welttag der Poesie.

Foto Frankie Fouganthin - CC BY-SA 4.0
Frankie Fouganthin - CC BY-SA 4.0

Adam Zagajewski wurde am 21. Juni 1945 in Lemberg geboren. Seine Kindheit verbrachte er in Schlesien, in Gliwice, und seine Studienzeit in Krakau, wo er an der Jagiellonen-Universität Psychologie und Philosophie studierte. Mit der poetischen Bewegung der Neuen Welle assoziiert, verfasste er zusammen mit Julian Kornhauser ein berühmtes Werk, eine Art Manifest der Neuen-Welle-Generation – „Świat nie przedstawiony"(Die nichtdargestellte Welt,1974) . Als Mitglied der Dichtergruppe „Teraz” (Jetzt) erlangte er Ruhm als führender Dichter seiner Generation (Generation '68). 1972 erschien sein erster Gedichtband „Komunikat” (Verlautbarung), und 1975 „Sklepy mięsne” (Fleischläden).

1982 ging er nach Frankreich und ließ sich in Paris nieder, wo er Mitbegründer und Mitglied der Redaktion von „Zeszyty Literackie" war.  Dort veröffentlichte er u.a. Gedichtbände: „List. Oda do wielości” (Brief. Ode an die Vielheit,1983), „Płótno" (Leinwand, 1990) und „Solidarność i samotność” (Solidarität und Einsamkeit, 1986). Er arbeitete auch als Gastprofessor an der Universität von Houston (USA). Im Jahr 2002 kehrte er nach Krakau zurück und ließ sich hier dauerhaft nieder. Seine weiteren Bände: „Ziemia ognista” (Feuerland) (1994), „Trzej aniołowie” (Drei Engel ,1998), „Pragnienie” (Verlangen, 1999), „Anteny" (Antennen 2005) wurden in Polen veröffentlicht, die meisten davon in Krakau. Der Gedichtband „Powrót" (Rückkehr, 2003) war der Stadt Krakau gewidmet.

Für sein Werk erhielt  Zagajewski zahlreiche Auszeichnungen, mehrfach galt er als Anwärter auf den Literaturnobelpreis. Er wurde in fast alle wichtigen Weltsprachen übersetzt, darunter Englisch, Deutsch, Hebräisch, Spanisch, Norwegisch, Serbokroatisch, Slowakisch, Slowenisch und Schwedisch. Sein Gedicht „Versuch's, die verstümmelte Welt zu besingen" zu den Anschlägen vom 11. September 2001, welches das Magazin „The New Yorker“ damals in seiner Sonderausgabe druckte, wurde weltweit bekannt.

In dem Film „Widok Krakowa” (Sicht auf Krakau) von Magdalena Piekorz, sagt Adam Zagajewski: „Ich mag Krakau. Dafür, dass es auch mein Platz auf dieser Erde ist. Im Moment gibt es keine Konkurrenz".

 

 

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Herausgeber: Otwarty na świat DE
Veröffentlichungsdatum: 2021-03-22
Aktualisierungsdatum: 2021-03-22
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